Warnsignale für problematisches Spielverhalten – und wie Sie sich selbst testen können
Kein Test ersetzt eine fachliche Diagnose. Die folgenden Warnsignale und Fragen helfen aber dabei, das eigene Spielverhalten ehrlicher einzuschätzen. Wenn Sie mehrere Punkte mit „Ja“ beantworten, ist es sinnvoll, eine Pause einzulegen und im Zweifel professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen.
| Warnsignal | Konkreter Selbsttest / Frage an sich selbst |
|---|---|
| Gedanklich ständig beim Spielen | Denke ich auch in der Arbeit, in der Schule oder im Alltag immer wieder ans Spielen, an Strategien oder an den nächsten Einsatz – selbst wenn ich gerade gar nicht spiele? |
| Spielen, um Problemen zu entfliehen | Nutze ich das Spielen bewusst, um schlechte Stimmung, Stress, Ärger, Einsamkeit oder andere Probleme zu verdrängen? |
| Höhere Einsätze als geplant | Setze ich regelmäßig mehr Geld oder Zeit ein, als ich mir vorher als Limit gesetzt habe? |
| Verlusten hinterherjagen („Chasing“) | Spiele ich weiter oder komme am nächsten Tag zurück, nur um verlorenes Geld wieder hereinzuholen? |
| Wichtige Verpflichtungen vernachlässigen | Habe ich wegen des Spielens schon Arbeit, Schule, Studium, Familie oder Freundschaften vernachlässigt oder Termine sausen lassen? |
| Lügen über das Ausmaß des Spielens | Habe ich schon Angehörigen oder Freunden gegenüber gelogen oder Dinge verheimlicht, wenn es um meine Spielzeiten oder Verluste ging? |
| Finanzielle Schwierigkeiten durch Spielen | Musste ich schon Rechnungen verschieben, Geld leihen, Raten nicht zahlen oder Erspartes angreifen, weil ich beim Spielen Geld verloren habe? |
| Spielen mit geliehenem Geld oder auf Kredit | Habe ich bereits Kredite aufgenommen, Dispo genutzt oder mir Geld von Freunden/Familie geliehen, um weiter spielen zu können? |
| Gefühl der Unruhe bei Spielpausen | Werde ich nervös, gereizt oder unruhig, wenn ich eine Weile nicht spielen kann oder wenn ich versuche, eine Pause einzulegen? |
| Immer mehr Zeit vor dem Bildschirm | Ist meine tägliche oder wöchentliche Spielzeit in den letzten Monaten deutlich gestiegen, ohne dass ich das bewusst so geplant habe? |
| Spielen als Geheimnis | Verstecke ich Kontoauszüge, Chatverläufe, Browserverlauf oder Geräte, damit andere mein Spielverhalten nicht sehen? |
| Kontrollverlust über Start und Ende | Passiert es mir häufig, dass ich viel länger spiele als beabsichtigt, obwohl ich mir vorher fest vorgenommen habe, rechtzeitig aufzuhören? |
| Starke Emotionen beim Spielen | Reagiere ich mit extremer Wut, Verzweiflung oder Euphorie auf Gewinne und Verluste, sodass es meine Stimmung stark und dauerhaft beeinflusst? |
| Rücknahme von Pausen oder Sperren | Habe ich bereits selbstgewählte Limits, Spielpausen oder Sperren reduziert, aufgehoben oder umgangen, weil ich „doch nur kurz“ weiterspielen wollte? |
| Vernachlässigung von Hobbys und Interessen | Habe ich frühere Hobbys, Sport oder soziale Aktivitäten aufgegeben oder deutlich reduziert, weil ich stattdessen lieber spiele? |
| Hoffnung auf „großen Gewinn“ als Lösung | Erwische ich mich bei dem Gedanken, ein großer Gewinn könnte meine finanziellen oder privaten Probleme auf einen Schlag lösen? |
Wie Sie Ihre Antworten einordnen können
Wenn Sie einzelne Fragen mit „Ja“ beantworten, ist das noch kein Beweis für ein Problem, aber ein Signal, genauer hinzusehen. Häufen sich die „Ja“-Antworten – besonders bei Themen wie Lügen, Schulden, Kontrollverlust oder starken Stimmungsschwankungen – ist das ein deutlicher Hinweis auf riskantes oder problematisches Spielverhalten.
- Machen Sie eine echte Pause vom Spielen (Tage oder Wochen, nicht nur Stunden) und beobachten Sie, wie schwer Ihnen das fällt.
- Nutzen Sie, falls vorhanden, die Tools für Einsatz-, Verlust- und Zeitlimits sowie die Option zur Selbstsperre.
- Sprechen Sie offen mit einer Vertrauensperson über Ihr Spielverhalten und bitten Sie um eine ehrliche Rückmeldung.
- Wenden Sie sich bei anhaltender Belastung an eine professionelle Beratungsstelle oder Hotline für Glücksspielsucht in Ihrem Land.
